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WOHNTRENDS

I SALONI: DAS WAR DIE MAILÄNDER MÖBELMESSE 2017

 

Mit vielen Inspirationen im Kopf, vollen Speicherkarten in unseren Kameras, mit unzähligen neuen Eindrücken und etwas müden Füßen melden wir uns aus Mailand zurück. Wir möchten unsere Erfahrungen hier mit Ihnen teilen und Ihnen von unserer Zeit auf der größten und wichtigsten Möbel- und Designmesse der Welt berichten – dem Salone Internazionale del Mobile.

Es war wieder mehr als beeindruckend. Wir finden: Dieses Event sollte jeder einmal gesehen haben, der sich für Interior-Trends und Möbeldesign interessiert, um diese auf höchstem Niveau und in ihrer größten Vielfalt erleben zu können.

 

 

Die ersten Schritte durch Mailand mit seinen vielen Galerien und Showrooms, die sich im Rahmen der Milano Design Week besonders in Szene gesetzt haben, machen gleich Lust auf mehr. Voller Vorfreude beginnt man, Inspirationen zu sammeln, und hält sich gerne lange in jedem einzelnen Raum auf. Die Kamera läuft heiß und die guten Gespräche mit den Designern und Unternehmern vor Ort lassen gerne die Zeit vergessen.

Nach den ersten Stunden in Mailand bemerkten wir irgendwann, dass wir noch kaum vorangekommen waren und uns stellenweise etwas zu sehr im Detail verloren hatten. Es ist schwer, das Große und Ganze im Blick zu behalten – immerhin sind bei der Milano Design Week sogar über die Innenstadt hinaus Ausstellungen, Schauräume und Event-Locations verstreut. Diese teilen sich in fünf Design-Distrikte auf: Brera, Tortona, Venrura Lambrate, 5 Vie, und der neueste: Isola.

Nach der ersten großen Euphorie wurde uns also schnell klar, dass man ein System braucht, um sich nicht in dieser Fülle zu verlieren. Immerhin hatten wir natürlich auch noch Termine mit Herstellern auf dem Plan und jeder von uns bestimmte Locations, die unbedingt auf der To-Do-Liste abgehakt werden mussten.

Nach einem Espresso in einem der kleinen Cafés und – zugegeben – einem riesigen Gelato ging es dann also strukturierter weiter.

Auf unserer Erkundungstour durch die Innenstadt hat jeder von uns so viel gesehen und eine so große Menge an Eindrücken gesammelt, dass wir Ihnen hier nur einen kleinen Auszug davon reflektieren können.

Besonders beeindruckend fanden wir beispielsweise den Showroom von „Boffi“, zu dem uns unser Kollege von Küchendesign Keglevits führte. Im ersten Moment erschien die Location, als ob sie sich auf nur einen Raum mit einer faszinierend großzügigen Küche und einem Badezimmerbereich beschränken würde. Doch unauffällige Treppen führten uns in weitere Räumlichkeiten, Raum für Raum wurde man durch wunderbar reduzierte Designer-Badezimmer und Küchen, bestückt mit hochwertigen Geräten, innovativen Schubladen und Stausystemen sowie spannenden Materialkombinationen geführt. Auf mehreren hundert Quadratmetern faszinierte uns „Boffi“ hier mit wirklich spannenden Konzepten, den neusten Trends und Wohninspirationen. Genau wie in unseren Küchenstudios in der Möbelmeile, werden auch hier edle Materialien wie Marmor, Stein und warme, natürliche Holzarten gerne und oft kombiniert. Wir spürten allerdings besonders in der Inszenierung eine gewisse Nostalgie gegenüber dem Alten. Vintage-Elemente werden gerne mit dem Neuen – heimelige Materialien und Accessoires mit industriell anmutendem Großküchen-Flair – in Kontrast gesetzt.

 

 

Ein weiterer, sich fast schon aufdrängender, jedoch sehr sympathischer Trend, der gut zum Thema „Nostalgie“ passt, ist Samt. Wir haben es bei der Wohnen & Interieur bereits gesehen, es jedoch hier in Mailand in einem ganz neuen Ausmaß wahrnehmen dürfen. Möbel mit Samtbezug konnten wir hier in beinahe jedem Showroom entdecken. Es ist aktuell DAS Trendtextil schlechthin – besonders in den Farben Senf, royalem Blau, Petrol und anderen Grüntönen, Schlammfarben, Pastelltönen und Radiant Orchid.

Das war nicht nur in den Design-Distrikten in der Innenstadt eine der großen Konstanten, die sich durch die Gassen zog, auch bei den Herstellern auf der Messe war der Hang zur 70er-Jahre-Gemütlichkeit deutlich spürbar.

 

 

Rolf Benz“ beispielsweise schuf mit seinen warmen Farben und den vielen tropisch anmutenden Pflanzen eine Art Oase, in welcher man inmitten des unbändigen Gewusels fast so etwas wie einen stillen Moment erleben konnte.

Da wird gleich klar, warum diese schweren Farben von früher, die jetzt sogar wieder die Wände einnehmen, die weichen schimmernden Samtstoffe, die Kupfer- und Messing-Elemente im Zusammenspiel mit farblich abgestimmten Pflanzen so einen Hype erfahren – es ist einfach unfassbar gemütlich. Oder waren es nur die bereits schwer gewordenen Füße, die uns beinahe nicht mehr aus dem neuen „Alma“-Sofa von „Rolf Benz“ aufstehen lassen wollten?

 

 

So ein langer Messebesuch geht etwas an die Substanz, doch wir waren fasziniert und beeindruckt davon, dass die Welt des Möbeldesigns so ein großes Interesse erweckt. Das bestätigt uns in dem, was wir tun und wir freuen uns, dass die 2000 Aussteller das genauso sehen, das Potenzial erkennen und die Begeisterung der Besucher mit ihren innovativen und kreativen Messeständen begeistern.

Die Messe lockt jedes Jahr bis zu 350.000 Besucher aus über 165 Ländern an und obwohl das Messegelände bei Rho an die 200.000 Quadratmeter hat, herrscht überall großes Getümmel und manche Hersteller sind so gut besucht, dass man sich sogar anstellen muss, um einen Blick hinein werfen zu können.

Eines der Highlights in diesem Großaufgebot an schön gestalteten Messeständen war in unseren Augen „Wittmann“, dessen Stand wir zusammen mit Jürgen Hinke besuchten. Hier stellt der Wiener Möbelhersteller eine neue, vom spanischen Künstler und Designer Jamie Hayon designte Linie aus. Diese gliedert sich nicht nur in den eben erwähnten samtig weichen Retrocharme der 70er ein, sondern beeindruckt zusätzlich mit einem gewissen Witz, bauchigen Linien und mutigen Farbkombinationen. Der ganze Stand ist ein Traum aus Pastell, Akzentfarben, Samt, Leder und einem Touch Wiener Schmäh made in Spain.

 

 

Nachdem wir bei „DeSede“ und „Clei“ noch Drehmechanismen und Verwandlungs-Kunstücke bewundert haben, ging es dann mit Elite Stilmöbel ab zum „Classico“- und „xLux“-Bereich der Messe.

Dort besuchten wir Hersteller wie „Giorgiocasa“, die sich ganz der traditionellen Handwerkskunst made in Italy verschrieben haben, oder „Arredoclassic“, wo man über edle Designs mit vielen bemerkenswerten Details, die sehr viel Gemütlichkeit ausstrahlten, staunen konnte. „Mobil Sedia“ beeindruckte uns wiederum mit tollen Möbelstoffen. Bei „Giorgiocasa“ im „Classico-Bereich“ traf Luxusdesign auf Hightech. Ein Fernseher, der unsichtbar in einen Bilderrahmen integriert war, war für uns eines der Highlights, die uns besonders gut in Erinnerung geblieben sind.

 

 

Als letzte Station auf unserer Liste, jedoch mit keinem Stück weniger Vorfreude und hohen Erwartungen, besuchten wir dann zusammen mit unseren Kollegen von Lichtstudio Schweiger noch die „Euroluce“: mit 38.000 Quadratmetern der Bereich des Messegeländes, in dem sich alles um das Thema Licht dreht.

Kein Wunder, dass wir hier aus dem Staunen und Fotografieren gar nicht mehr herausgekommen sind. Die Hersteller übertreffen sich gegenseitig nicht nur mit neuen Technologien und Designerstücken, sondern natürlich auch mit einmaligen Lichtinstallationen.

So bildeten der Messestand von „Flos“ mit Designs von Phillip Stark, Michael Anastassiades oder den Gebrüdern Bouroullec, der Stand von Ingo Maurer mit seinen surrealistisch anmutenden, skulpturalen Objekten sowie der Hersteller „Vibia“ mit einer großen Menge an raffinierten Lichtobjekten einen krönenden Abschluss unseres Messebesuches.

 

Wir können uns dem Gefühl nicht entziehen, trotz unseres mehrtägigen Aufenthalts und den vielen Fußmärschen quer durch die Messe und Design-Distrikte nur einen Bruchteil des überwältigenden Angebots gesehen zu haben.

Gerade deshalb freuen wir uns jetzt schon wieder auf das, was uns im nächsten Jahr in Mailand erwarten wird.

Bis dahin wird sicherlich noch das eine oder andere inspirierende Bild von der Messe und den spannend inszenierten Designs Platz in unseren Blogbeiträgen finden.

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